Tipps
- Schuhe passend kaufen. Damit Schuhe lange leben und ihre Form behalten, ist die wichtigste Voraussetzung, dass sie für den Fuß passend gekauft werden. Werden Schuhe zu klein gekauft, wird das Oberleder im Zehen- und Fersenbereich über die Sohle hinweg getreten und ausgestülpt. Werden Schuhe zu schmal gekauft, werden sie im Ballenbereich ausgetreten und aus der Form gebracht. In beiden Fällen zeichnen sich individuelle Fußeigenheiten wie, Ballen unterschiedlicher Stärke überdeutlich ab. Werden Schuhe zu weit gekauft, gibt es quer über die Ballenpunkte eine starke Faltenbildung, die zuerst im Nahtbereich und dann beim Leder zu erhöhter Bruchanfälligkeit führt und vor allem bei Lack- und Glanzledern schnell zur vorzeitigen Alterung der Schuhe.
- Schuhe mit passenden Spannern aufspannen
Passende Schuhspanner geben den Schuhen immer wieder Form und verlängern so
ihre Lebensdauer und ihr gutes Aussehen erheblich. Für Schuhe mit offenem
Fersenteil gibt es Halbspanner. Spanner aus Holz sind Spannern aus Kunststoff
vorzuziehen.
Sie nehmen die im Leder gespeicherte Fußfeuchtigkeit behutsam auf, während der
Schuh in Form gehalten wird. Vor allem bei stärker schwitzenden Füßen sind daher
Schuhspanner aus Holz zu empfehlen.
- Regelmäßig säubern und Materialpflege
Leder ist ein Naturprodukt, auch wenn es in Form von Lackleder besondere
Bearbeitung erfahren hat. Die Haltbarkeit und Schönheit dieses Naturmaterials wird
vor allem gesteigert durch regelmäßige Säuberung und materialspezifische Pflege.
- Schuhe langsam trocknen lassen:
Wenn Schuhe feucht geworden oder feucht gemacht worden sind, soll man sie
langsam und nie direkt in der Nähe von Wärmequellen trocknen lassen. Schnelles
Trocknen macht das Leder brüchig. Am besten ist, vorher die Schuhe mit
saugfähigem Material (Zeitungspapier) auszustopfen.
- Schuhe regelmäßig wechseln:
Schuhe mit Lederausstattung haben die besondere Eigenschaft, dass sie die
Feuchtigkeit aufnehmen und speichern und bei Erwärmung im Laufe des Tages "mit
dem Fuß wachsen". Leder benötigt allerdings nach 1 Tag Tragezeit 24 Stunden
Ruhepause, um die gespeicherte Feuchtigkeit langsam wieder abzugeben;
deswegen sollen geschlossene Schuhe nur ein über den anderen Tage getragen
werden. Andernfalls wird Fußpilzbildung begünstigt, und es können sich weiße
"Schweißränder" entlang des Obermaterials bilden.
- Selbstglanz-Präparate vermeiden:
Vermeiden Sie unbedingt Selbstglanz - Präparate. Sie sind zwar sehr bequem mit
den kleinen Schwämmen und dem schnellen Überwischen ohne großen Aufwand.
Sie verkleben jedoch das Leder komplett und zerstören auf Dauer selbst den
besten Schuh.
- Schuhe immer mit Schuhlöffel anziehen:
Ziehen Sie Ihre Schuhe immer mit Schuhlöffel an. Geben Sie auch Ihrem Kunden
immer zum Anprobieren einen Schuhlöffel. Sie beschädigen sonst auf Dauer die
Hinterkappe des Schuhs.
- Schuhe "waschen" (feucht reinigen) und wiederherstellen:
Wenn sich Ränder durch starke Schweißbildung oder Schneeränder gebildet haben,
hilft sofortiges Abwaschen mit lauwarmem Wasser. Dabei muss immer der ganze
Schuh (nur von außen ) mit lauwarmem Wasser befeuchtet und am besten mit Hilfe
von Lederseife abgewaschen werden. (Trocknung: siehe 5.Tipp) Danach sollen sie
mit einem angemessenen Pflegemittel intensiv behandelt werden.
Die Möglichkeit, Schuhe ganz feucht zu reinigen ("waschen") , gilt für Leder,
Veloursleder, Leinen oder Kombinationen. Immer muss der gesamte Schuh
(Obermaterial von außen) mit lauwarmem Wasser befeuchtet werden. Bei Leder
ist die Anwendung von Lederseife empfohlen. Bei Textilen können Sie auch
schonende Waschmittel verwenden.
Bei all diesen Verfahren sollte darauf geachtet werden, dass die Schuhnähte und
Klebestellen (Sohlen, Absätze) nicht zu sehr befeuchtet werden - deshalb ist vom
Waschen in der Waschmaschine abzuraten. Mit dieser Methode lassen sich die
auswaschbaren Flecken beseitigen. Flecken auf textilen Materialien, die selbst bei
normalem Auswaschen nicht weggehen, können entweder in einer Reinigung lokal
beseitigt werden oder man versucht es selbst vorsichtig mit Fleckenlösern oder
Waschbenzin (unbedingt vorher an einer verdeckten Stelle ausprobieren, ob
Fleckenlösen oder Waschbenzin nicht Farbe oder Glanz des Leders beeinträchtigen).
- Keine Angst bei Rauledern: (Velours, Nubuk)
Rauleder (irrtümlich auch Wildleder genannt) sind "durchgefärbt". Deshalb reicht
es in vielen Fällen, Rau- und Wildleder mit einer Bürste von Staub und Schmutz zu
befreien. Danach sollte - da geraute Leder naturgemäß feuchtigkeitsanfällig sind -
unbedingt imprägniert werden. Die Imprägnierungssprays enthalten meist auch
Pflegesubstanzen, was auf den Etiketten vermerkt ist.
Zur Pflege von Rau- und Wildledern sind farblose Sprays im Angebot, die die
Geschmeidigkeit des Leders erhalten. Es gibt auch Sprays mit Farbanteilen, (nur
begrenztes Farbangebot), die zusätzlich die Leuchtkraft der Farben auffrischen.
Für Rauleder gibt es spezielle Kupferdraht-Bürstchen um das Material nach dem
Ausbürsten oder feuchter Reinigung wieder aufzurauen. Außerdem gibt es
Spezialradiergummi, um örtlich Schrammen wegzuradieren. Diese Radiergummis
können auch für die hellen Sommersohlen (Schichtleder, helle PU- oder Micro-
Sohlen) verwendet werden.
- Glatt- und Brushleder brauchen spezifische Pflege:
Glatt- und Brushleder (mit Polierwachs versehene Glattleder; hochglänzend, auch in
zweifarbiger oder schattierter Optik) werden in der Regel nach Entfernen des
Oberflächenschmutzes durch eine weiche Bürste oder ein feuchtes Tuch mit
speziellen Cremes oder Emulsionen eingecremt und nach dem Einziehen mit
sanftem Druck blankgerieben. Hierfür bietet der Fachhandel die jedem Leder
entsprechenden Präparate, die z.T. auch Pigmente zum Auffrischen der Farben
enthalten.
- Textilien als Schuhmaterial:
Textilien nehmen Feuchtigkeit und Schmutz sehr intensiv auf. Gründliches
mehrmaliges Imprägnieren schützt nicht nur vor nassen Füßen, sondern erleichtert
auch das notwendige Reinigen erheblich. Leichte Verschmutzungen werden mit einer
Textilbürste schonend entfernt, stärkere löst man am besten mit für Textilien
entwickelten Schaumreinigern.
Wichtig: Zum Trocknen unbedingt auf Spanner ziehen.
- Lackleder:
Zum Reinigen genügt das Abwischen mit einem feuchten Tuch oder Schwamm.
Trockenreinigung kann Verkratzen bewirken. Hin und wieder sollte Lackleder
jedoch mit Lacklederöl/ -lotion behandelt werden, um die Lackschicht vor dem
Austrocknen zu schützen, sie geschmeidig zu erhalten und die Elastizität zu
gewährleisten. Bei unsachgemäßer und mangelhafter Pflege neigt es zu Rissen oder
Brüchen.
- Schnelle Pflege z.B. auf der Reise:
Soll es einmal schnell gehen mit der Pflege, empfehlen sich Mittel, die gleichzeitig
pflegen und die Farben auffrischen. Robustere Leder, wie beispielsweise an
Wanderschuhen, vertragen auch ein kräftiges Abbürsten unter fließendem Wasser,
wenn sie anschließend ausreichend lange trocknen dürfen, bevor pflegende Cremes
aufgebracht werden.
Am besten lässt man sie über Nacht einwirken und poliert am Morgen nach.
- Schuhe aufbewahren:
Um Schuhe aufzubewahren, sollen sie gereinigt, gepflegt und aufgespannt werden.
Wo nicht ausreichend Platz im Schrank ist, können die Schuhe an einem trockenen
Platz gelagert werden. Wenn Schuhspanner gespart werden sollen, muss man
zumindest einen Tag warten, bis die Schuhe nach dem Tragen erkaltet und wieder in
Form sind.
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